Dr. Andreas Leo Faulstich © 28.04.2013 . . . 23.04.2013
Mein Gumotex Swing 1 Kajak
Besser als Helios und Nortik Scubi?
Mein Gumotex Swing 1 Einer-Schlauchkajak wiegt nur 11kg und ist in 7 Minuten aufgebaut und in 4 Minuten abgebaut und eingepackt. Es eignet sich bei jedem Wetter ebenso gut für Camping-Touren wie für kurze Ausflüge. Mein Test: SEHR GUT
Im Vergleich mit dem Gumotex Helios 1 Kajak ist das 1er-Swing wetterfester, einfacher beladbar und kenter-sicherer. Das Helios ist etwas schneller auf- und abgebaut und fährt etwa 10% schneller.
Im Vergleich mit dem Nortik Scubi 1 Kajak hat das Swing mehr Platz für Füße, Beine und Gepäck und es hat einen hochgezogenen Süllrand mit Gummizug-Sprizschürze und der Aufbau des Swing ist einfacher und schneller. Das Nortik hat einen bequemeren Sitz, fährt etwa 10% schneller und ist 2kg leichter und braucht für den guten Geradeauslauf keine Finne.
Foto: Beim Modell 2013 von Gumotex optimiert: fester Süllrand und Spritzschürze mit Gummizug (statt Klett); Verstärkungen der Seitenschläuche unter den Befestigungslaschen der beiden Cockpitstreben; Kürzerer
Heck-Zipper, so dass das Heck-Deck nicht mehr aufklappbar ist; hellgrauer Netzbezug auf der Rückenlehne.
Die Geschwindigkeit der Boote habe ich auf der Globeboot 2013 in Berlin verglichen. Ich hatte etwa 70kg geladen. Der Wind war mäßig, die Welle gering. Die Tempo-Unterschiede zwischen den Booten waren geringer als der Effekt von kleinen Optimierungen (Luftdruck, Gewichtstrimm und Windtrimm).
Eigenschaften des Gumotex Swing 1 Kajaks
- Preis: Das Gumotex Swing 1 kostet mit Richtungsfinne und Spritzschürze ca 500 Euro.
- Gewicht: Boot 11,2kg, Richtungsflosse 160g, Spritzschürze 345g, Packsack 155g und Spanngurt 35g.
- Packmaß: 70 Liter: 70cm x 40cm x 25cm.
- Größe: Aufgebaut misst das Swing 320cm Länge x 87cm Breite x 38cm Höhe.
- Für leichte und mäßig schwierige Flüsse, Seen und Küsten: Laut Herstellerangaben ist das Swing 1 nach der ISO 6185-1 Norm für geschützte Binnengewässer mit Windstärken bis 4 Beaufort und Wellenhöhen bis 50cm konstruiert. Als Wildwasser-Schwierigkeitsstufe gibt der Hersteller WW2 an: mäßige Strömung, freie Durchfahrten, unregelmäßige Wellen, schwache Wirbel oder Schwälle, kleine Stufen.
- Transport: 70 Liter Packmaß und 12kg Gewicht ermöglichen den Transport im Auto, Flugzeug, Bus oder Bahn, auf Fahrrad, Gepäck-Trolley oder Rücken. Und das Boot passt in Bahnhof-Schließfächer.
- Aufbau 7 und Abbau 4 Minuten: Fürs Auspacken und Aufbauen brauche ich 7 Minuten, fürs Abbauen und Einpacken 4 Minuten. So machen mir auch kürzere Ausflüge und Tagestouren Spaß.
- Umtragen: Aus dem Wasser hebe das Swing mit 10kg Tagesgepäck an den beiden Cockpitstangen. Auf längeren Strecken trage ich das leere Boot über eine Schulter. Das Campinggepäck kann ich gleichzeitig auf dem Rücken tragen oder mit der anderen Hand auf einem Gepäcktrolley ziehen. Zu zweit kann man das Boot an den beiden stabilen Griffen vorne und hinten tragen.
- Geschwindigkeit 4km/h: In normaler Fahrt paddle ich in 2 Stunden etwa 8km Strecke, also 4km/h. Kurzzeitig schaffe ich mehr. Bei Tagestouren rechne ich inklusive Pausen mit 3km/h. Dabei mache ich nach je zwei Stunden eine Stunde Pause oder öfter kürzere Pausen. Die Tourengeschwindigkeit Swing ist etwas langsamer als die der meisten längeren Faltboote und Kunststoffkajaks und ähnlich wie bei Booten ähnlicher Größe. Als trainierter Paddler kann ich mit unerfahrenen, gemütlichen oder rücksichtsvollen Gruppen mithalten. Guter Gewichtstrimm, das heißt die waagerechte Lage des Bootes im Wasser, verbessert die Geschwindigkeit um etwa 20%. Meistens ist es sinnvoll einige Kilogramm (Wasser und Lebensmittel) vorne zu lagern.
- Geradeauslauf: Mit Richtungsfinne fährt das Swing gut geradeaus und feagiert auf allen Kursen kaum auf Wind. Ohne Richtungsfinne habe ich es noch nicht ausprobiert.
- Tiefgang: Mit Richtungsfinne hat das Swing ca 30cm Tiefgang, ohne etwa 15cm bei mäßiger Beladung. Die Seitenschläuche fahren dann wenige cm tief im Wasser.
- Trockene Fahrt: Die ansteigenden Decks und der Süllrand schützen gut vor Spritzwasser. Auch durch die nicht wasserdichten Reißverschlüsse kommt bei mäßigen Bedingungen kaum Wasser. Die Spritzschürze (extra kaufen) wird (ab Modell 2013) einfach per Gummizug über den Süllrand gezogen und stramm gestellt. Sie schützt sehr gut gegen Regen, Spritzwasser und Wellen. Ein schwerer Brecher könnte sie aber lösen. Der Notausstieg ist sehr einfach und sicher.
- Spritzschürze: Die Spritzschürze (extra kaufen) wird (ab Modell 2013) einfach per Gummizug über den Süllrand gezogen und stramm gestellt. Sie schützt gegen Regen, Spritzwasser und kleinere Wellen. Zum Notausstieg zieht man am Griff oder man zieht das Gummiseil ab, indem man einfach das Cockpit verlässt. Per Spritzschürze kann man das Cockpit am Liegeplatz vor unerwünschten Blicken und Tieren schützen.
- Kippstabil: Das Swing ist durch die flache, breite Bauweise auf ruhigem Wasser und bei mäßigen Wellen bis mindestens 50cm sehr kentersicher. Die Richtungsfinne und schweres Gepäck unter Deck stabilisieren das Boot. Hohe kurze Wellen oder Brandung könnten es zum Kentern bringen. Schweres Gepäck auf den Decks wirkt bei deutlicher Schräglage und beim unbesetzten Boot ungünstig.
- Unsinkbar: Als Schlauchboot mit 3 großen Luftkammern ist das Swing unsinkbar. Durch den großen Auftrieb kann man auch noch bei geflutetem Cockpit fahren und das Boot lenzen, weil es noch aus dem Wasser ragt. Auch wenn einer der drei Schläuche beschädigt wird, bleibt das Boot fahrbar.
- Cockpit: Das Cockpit ist 75cm lang und innen 45cm und am Süllrand ca 52cm breit. Unter der vorderen Cockpitstrebe ist in der Mitte 27cm Platz. Der Süllrand-Umfang ist unten 200cm oben 206cm. Mir (170cm, schlank) passt das Cockpit gut: Ich sitze meistens mit den Beinen leicht zur Seite gewinkelt und mit den Fußspitzen gegen die Fußstütze. Ich kann auch die Beine ganz ausstrecken, mit leicht angehobenen Knien gegen die Seitenschläuche im Schneidersitz sitzen oder etwas zurückgelehnt mit den Beinen außen auf den Seitenschläuchen oder mit den Füßen im Wasser. Vermutlich finden auch größere Leute bis etwa 185cm Platz. Kleinere müssen ein Gepäckstück als Fußstütze nehmen.
- Sitz: Damit der Sitz nach vorne geklappt werden kann, ist zwischen Sitzfläche und Rückenlehne ein Stück Stoff. Falls der Sitz in der Fahrt nach vorne rutscht, sitzt man leider auf der hinteren Sitzflächenkante
- Fußraum: Die relativ weiche Fußstütze ist für Leute zwischen etwa 170 und 185cm Körpergröße einstellbar. Kleinere müssen sich mit einem Gepäckstück behelfen oder die Fußstütze umbauen. Der Fußraum ist etwas eingeschränkt. Um bequem zu sitzen, ziehe ich meine Schuhe aus.
- Einsteigen und Aussteigen: Man kann sich über den weichen Süllrand setzen oder krätschen und verringert so die typische Gefahr, beim ein Ein- oder Aussteigen zu kentern. Falls man sich in das Boot plumpsen lässt, sind Sitz und Boden angenehm weich. Weniger geschickte Leute könnten sich vielleicht an den )runden) Cockpitstangen stoßen.
- Gepäckvolumen: Laut Typenschild darf man das Boot mit 120kg beladen (Kanute plus Gepäck). Unter Deck passen hinten 45 Liter und vorne 15 Liter. Weitere etwa 80 + 20 Liter kann man auf den Decks festschnallen. Schweres Gepäck sollte man möglichst unter Deck oder flach auf dem Deck transportieren.
- Einfach zu bepacken: Vom Cockpit aus kann man Gepäck unter die Decks schieben. Rückenlehne und Sitz lassen sich nach vorne klappen. Durch die Deckreißverschlüsse kann man kleinere Gepäckstücke stecken oder beim Be- und Entladen nachhelfen.
- Biwak tauglich: Ich (170cm, schlank) habe genug Platz, um im Boot zu schlafen, wenn ich das Boot an Land ziehe, die Finne demontiere, die Luft aus dem Boden lasse, den Sitz auf eine Seite klappe und eine dünne Isomatte ins Boot lege. Den Heckreißverschluss öffne ich, weil dort mein Kopf liegt. Bei jeder Bewegung entstehen aber Gummi-Geräusche.
- Material und Haltbarkeit: Die Luftschläuche des Swing bestehen aus ca 0,6mm starkem Nitrilon, einem beidseitig Gummi-beschichteten Polyester-Gewebe. Die Stoff-Decks aus Hevealon sind innen gummiert und die starken Reißverschlüsse sind leichtgäng. Eine hohe Belastung trifft vermutlich die Stellen, wo die Metallstangen auf die Schläuch gesteckt werden. Im Internet habe ich einen Bericht über Beschädigungen der Seitenschläuche durch die Stangen beim Modell 2012 gefunden. Ob das Modell 2013 hier verbessert ist, kann ich nicht erkennen. Material-Beschädigungen sind auch möglich bei Kollisionen mit Kraft gegen spitze oder scharfe Gegenstände oder lange andauerndes Schleifen über Sand oder rauhe Oberflächen. Bei meinen Gumotex-Booten vermeide ich vor allem den Überdruck durch Überhitzung. Ansonsten bin ich nicht besonders vorsichtig und hatte noch nie einen Schaden.
- Überhitzung: Bei Sonneneinstrahlung können die Schläuche heiß werden und der Luftdruck steigen. Auf dem Wasser reicht normalerweise das Spritzwasser zur Kühlung. Wenn man das Boot irgendwo festmacht oder an Land bringt, sollte man etwas Luft ablassen oder man muss für Schatten oder Kühlung sorgen. Der Boden ist durch ein Überdruck-Ventil geschützt.
- Reparatur: Dem Boot liegt ein Reparaturset mit Kleber und Flicken bei. Bei kleineren Reparaturen (Stich-Loch) darf man es nach 30 Minuten wieder aufpumpen und die Fahrt fortsetzen. Nach größeren Reparaturen empfiehlt der Hersteller 24 Stunden Wartezeit. Die Ventile der 3 Hauptkammern können mit speziellen Werkzeug zur Reinigung oder zum Ersatz herausgeschraubt werden. Man erhält es bei Gumotex-Händlern. Der Tschechische Hersteller bietet Wartungs- und Reparatur-Service an.
Aufbau und Aufpumpen des Swing Kajaks
Ich packe das Boot aus, lege es lang auf den Boden und montiere dann die Richtungsfinne und die beiden Cockpitstreben. Das Ganze dauert 3 Minuten.
Jetzt drehe ich die Stifte der 3 Hauptventile, bis sie herausspringen, um die Rückschlag-Ventil-Funktion zu aktivieren. Nun pumpe ich erst die Seitenschläuche und dann den Boden auf, prüfe den Druck mit dem Daumen und schraube dann die Ventildeckel auf die Ventile: 4 weitere Minuten. Ich verwende eine 2-Liter-Doppelhubpumpe. Mit einer einfachen Fuß-Pumpe erreiche ich nicht den nötigen Druck.
Abbau, Falten und Einpacken des Swing
Zum Schutz vor Sand und Schmutz lege ich eine Unterlegplane aus. Ich hebe das Boot aus dem Wasser und lege es auf die Plane.
Dann lasse ich die Luft aus dem Boden, demontiere die Finne und wische mein Swing erst innen und dann außen trocken.
Nun lasse ich die Luft aus den Seitenschläuchen.
Ich demontiere die Cockpit-Stangen, klappe das Heck nach vorne, lege die beiden Cockpitstangen in die Mitte und rolle das Boot von vorne nach hinten zusammen. Dabei klappe ich noch das Heck nach innen.
Das ganze Paket fixiere ich mit dem Spanngurt, stecke es in die Gumotex-Nylonhülle und dann in meinen wasserdichten 100-Liter-Gumotex-Rucksack.
Nach dem Trockenwischen dauert das Abbauen und Einpacken des Bootes noch 4 Minuten.
Wenn das Boot feucht eingepackt wurde, packe ich es zu Hause wieder aus und pumpe die Seitenschläuche auf. Ich öffne die Reißverschlüsse und wische das Boot trocken, stelle es seitlich gegen eine Wand und lasse es über Nacht an der Luft nachtrocknen. Wenn es trocken ist, sauge ich es mit dem Staubsauger ab und packe es wieder ein.
Um das Boot zu lüften, lasse ich den Packsack noch einige Tage offen.
Tipps zum Gumotex Swing Kajak
- Ausstattung: Das Swing wird mit Schwamm, Reparaturset und Ventiladapter geliefert. Ich empfehle, auch die Richtungsfinne (ca 15 Euro) und die Spritzschürze (ca 35 Euro) zu kaufen.
- Ventiladapter-Anschluss: Der Gumotex-Ventiladapter passt bei manchen Luftpumpen an keinen der Schlauch-Adapter. Einen dünnen Adapter kann man mit Gewebeklebeband passend machen. Eine passende Konstruktion kann man dauerhaft und verlierfest zusammenkleben.
- Luftdruck: Wenn das Boot am Ufer direkter Sonne ausgesetzt ist, kann der Luftdruck in den Schläuchen so stark steigen, dass sie sich verformen und beschädigt werden. Ich mache das Kajak deshalb entweder unter einer Brücke, unter einem Steg oder unter Bäumen fest oder hole es heraus und lege es in den Schatten. Dabei beachte ich den Lauf der Sonne. Oder ich lasse einen Teil der Luft heraus und pumpe später wieder auf. für kurze Zeit reicht es auch, das Boot gründlich nass zu machen.
- Vorsicht: Man sollte das Boot nicht über den Boden schleifen, nicht gegen spitze oder Scharfe Hindernisse fahren und trocken und schattig lagern. Auf Dauer kann Das UV-Licht der Sonne den Kunststoff angreifen. Und Hitze kann aufgepumpte Schläuche durch Überdruck beschädigen. Bodenberührungen übersteht das Boot unbeschadet, solange es nicht mit hoher Kraft auf spitze oder scharfe Hindernisse trifft.
- Gepäck:
Wasserdicht verpacktes Gepäck oder Luftkissen unter den Decks reduzieren das mögliche Wasservolumen bei Flutung des Cockpits und verbesseren dann Auftrieb und Fahrbarkeit des Bootes.
- Reißverschluss: Ich vermeide Sand und Schmutz und putze die Reißverschlüsse notfalls mit Bürste und Lappen. Leichtgängig halte ich sie mit einem Tropfen Öl. Für extremen Bedingungen kriegt man die Reißverschlüsse wasserdicht, indem man sie noch trocken von außen mit Gewebeklebeband zuklebt.
Zubehör fürs Gumotex Swing Kajak
- Richtungsfinne (Skeg): Die Richtungsfinne vermindert das Drehen in Paddelpausen und erleichtert die Geradeausfahrt bei starkem Wind von hinten oder von der Seite. Mit Finne wird das Boot auf geraden Strecken geringfügig schneller. Man steckt die Finne vor dem Aufpumpen unter dem Heckboden des Swing in die schwarze Lasche. Die Finne ist aus Kunststoff, wiegt 160g, ist handgroß, vergrößert den Tiefgang um 12cm und kostet etwa 15 Euro. Auf Wildwasser und wenn Flachwasser oder Hindernisse (Äste, Steine, Pflanzen) erwartet werden, sollte man die Finne weglassen. Unterwegs kann man die Finne demontieren, indem man im Flachwasser aussteigt, etwas Luft aus dem Boden lässt, die Finne unter dem Boot herauszieht und die Luft wieder nachpumpt.
- Paddel: Ich verwende ein 4-teiliges 220cm langes Paddel (Schaftlänge 127cm). Bei einem neuen Kauf würde ich 10cm längere Paddel nehmen.
- Luftpumpe: Als Pumpe benutze ich eine 2-Liter Doppelhub-Kolbenluftpumpe. Als meine Pumpe einmal nicht mehr arbeitete, habe ich den Deckel abgeschraubt. Das geht ohne Werkzeug. Der Kolben hatte sich vom Pumpenschaft gelöst. Nachdem ich ihn wieder angeschraubt hatte, war die Pumpe wieder dicht. Einmal habe ich eine Fußpumpe ausprobiert: Ich schaffte es nicht, damit mein Boot aufzupumpen. Unterwegs halte ich die Pumpe immer zugänglich, falls ich den Luftdruck erhöhen muss.
- Leinen: Vorne und hinten am Boot habe ich per Überhandknoten jeweils eine 3m lange 6mm dicke Schwimmleine befestigt. An den Enden habe ich mir Überhandknoten-Handschlaufen gemacht. Damit die Leinen unterwegs griffbereit sind und nicht, führe ich sie jeweils zum anderen Bootsende und wickle sie dort 3 oder 4 mal um das Gepäckgummi: Die Vorleine Steuerbord (rechts) die Achterleine Backbord (links). Mit einem Griff, Zug und Ruck habe ich dann das lose Ende meiner Leine.
- Lenzhilfe: Für 20 Euro habe ich mir eine Hiko-Lenzpumpe gekauft, um das vollgelaufene Boot Notfalls auch bei geschlossener Spritzdecke leerpumpen zu können. Bei offenem Cockpit ist auch eine Wasserschaufel oder ein anderes Schöpfgefäß (ca 1 Liter) ausreichend.
- Schwamm: Den mit gelieferten Schwamm verwende ich um Spritzwasser oder Regenwasser aus dem Boot aufzusaugen. So kriege ich das Boot fast trocken.
- Spültuch: Mit einem Spültuch wische ich das Boot beim Einpacken ab, damit es einigermaßen trocken und sauber ist.
- 100-Liter Gumotex-Rucksack (85cm x 45cm x 27cm): für Boot mit Paddel, Doppelubpumpe, Richtungsfinne, Lenzpumpe und Schwamm.
- 180-Liter-Packsack (120cm x 50cm x 30cm): für Boot plus Camping-Ausrüstung, Lebensmittel und Kleidung, zur An- und Abreise für längere Touren. Den Riesen-Packsack transportiere ich mit einer
klappbaren Sackkarre.
Gumotex Swing: Das bessere Helios?
Im Vergleich mit meinem Gumotex Helios 1 Kajak ist das 1er-Swing wetterfester und sicherer. Allerdings scheint mir das Helios etwas schneller. Ein direkter Geschwindigkeits-Vergleich steht noch aus. Das Helios ist auch etwas schneller auf- und abgebaut.
Eignung: Das Swing ist eher für Wildwasser- und Flussabwärts-Touren und Wellen konstruiert, das Helios mit dem optionalen Steuer eher für Touren auf ruhigen offenen Gewässern. Das Helios-Steuer habe ich nicht ausprobiert, weil es das Boot komplizierter macht. Das Helios Kajak fährt auch ohne Steuer gut, außer bei starkem Wind. Das Swing ist flacher, liegt tiefer im Wasser und ist in meinem Test weniger windanfällig. Das Helios ist schmaler und höher. Es ist merklich kippliger und die Kentergefahr ist etwas größer.
Geschwindigkeit: Die Gumotex Swing 1 und Helios 1 Kajaks sind gleich lang. Mit Richtungsfinne sind beide Boote ähnlich schnell: Auf längerer Strecke ca 4km/h. Das Swing kommt mir allerdings etwas langsamer vor. Die Differenz ist vermutlich kleiner als 1km/h. Ich werde das noch genauer testen. Das Swing ist breiter und aufgrund der spitzen Form hat es einen größeren Tiefgang und die Seitenschläuche fahren schon bei ca 70kg Beladung im Wasser. Beim Helios ist der Tiefgang geringer und die Seiten-Wülste bleiben auch noch bei ca 80kg über Wasser.
Gewicht, Packmaß, Auf- und Abbau: Das Swing wiegt mit Finne, und Spritzschürze 12kg, das Helios mit Finne knapp 14kg. Die Packmaße sind 70 Liter beim Swing und 55 beim Helios. Für Auf- und Abbau brauche ich beim Swing 7 und 4 Minuten und beim Helios nur etwa 5 und 3 Minuten.
Wasser und Sonne: Der Süllrand schützt das Swing besser vor Paddelspritzern und die Knie vor Sonnenbrand. Die Deckform und Spritzschürze schützen viel besser bei Regen und Wellen. Bei Sonne sind die Schläuche sicherer vor Überhitzung ( Überdruckventil im Boden, helle Außenschläuche, Stoffdecks). Am Liegeplatz kann man beim Swing das Cockpit mit der Spritzschürze schließen und so vor Blicken und Tieren schützen. Das Helios ärgert mich manchmal mit den zum Cockpit führenden "Regenrinnen" auf den Decks.
Gepäck: Das Gepäckvolumen unter den Decks ist beim Swing und Helios gleich: hinten ca 45 Liter, vorne ca 15 Liter. Auf den Decks kann man ähnlich viel Gepäck unterbringen; die Haltepunkte sind beim Helios stabiler. Die empfohlene Maximalbeladung beträgt beim Swing 120kg, beim Helios 100kg. Beide Boote sind für Campingtouren geeignet. Die Reißverschlüsse und der nach unten klappbare Sitz erleichtern beim Swing das Packen, den Zugriff zum Gepäck, und das Lenzen und Trocknen des Bootes.
Sitz: Das Swing hat einen unverlierbaren Sitz, das Helios nicht. Fürs Helios habe ich mir ein Sitzkissen gekauft und muss aufpassen, dass es nicht wegfliegt. Im Swing 1 sitze ich etwas bequemer und kann die Knie besser mit dem Boot verbinden.
Farbe: Mit dem dunkelgrünen Helios kann man sich gut am Ufer verstecken. Es gibt das Helios gibt es auch in dunkelblau und rot. Die hellgrauen Schläuche des Swing sind unauffällig und helfen bei Sonne gegen Überdruck durch Überhitzung. Die roten Decks machen das Swing auf dem Wasser sichtbar und deshalb etwas sicherer.
Paddel: Beide Boote paddle ich (170cm) mit meinem 220cm-Paddel (Schaftlänge 127cm). Ich empfehle aber einen etwas flacheren Paddelstil und 10cm längere Paddel.
Gumotex Swing 1 oder Nortik Scubi 1?
Gumotex Swing 1 ist schneller Auf- und Abgebaut und hat mehr Platz für die Füße und das Gepäck. Der Süllrand (2013) ist rundum hochgezogen und die Spritzschürze hat einen Gummizug. Der Luftboden ist robuster, beim Ein- und Aussteigen bequemer und bei Kälte wärmer und die hellen Schläuche sind in der Sonne vermutlich weniger empfindlich. Die Reißverschlüsse erleichtern das Packen, lassen aber etwas Wasser durch; falls das stört, kann man sie mit Gewebeklebeband zukleben. Das Swing kostet mit Schürze und Richtungsfinne ca 500 Euro.
Nortik Scubi 1 hat den bequemeren Sitz. Beine und Füße werden sportlich eng umschlossen. Das Nortik fährt etwa 10% schneller und mit weniger Tiefgang (ohne Richtungsfinne) gut geradeaus. Es ist 2kg leichter und 12cm schlanker und weniger windempfindlich. Das Scubi kostet mit Spritzschürze ca 600 Euro.
http://alfafox.info © 23.04.2013 Andreas Leo Faulstich
Nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewährleistung.